2. Februar 2012
Festpreis oder Einzelnachweise? Gute Frage, nächste Frage!
Ob Bad-Komplettsanierung, ein Umbau oder lediglich eine Verschönerung: In jedem Fall gilt es, das Vorhaben umfassend informiert zu starten und dank guter Planung zügig umzusetzen. Im Experteninterview spricht Manfred Stather, Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), über Koordination und Kosten und zeigt dabei auf, warum die beliebte Festpreisvereinbarung nicht unbedingt der Königsweg sein muss.
gutesbad.de: Was muss bei einer Badmodernisierung besonders beachtet werden? Oder anders gefragt: Welche Vorgehensweise empfehlen Sie?
Manfred Stather: In jedem Fall muss mit dem Hausbesitzer eine ausführliche Bedarfsanalyse erfolgen. Wichtig ist auch, direkt zu prüfen, was sich technisch realisieren lässt. Man sollte die Gegebenheiten vor Ort genau kennen und zum Beispiel wissen, wo die Rohrleitungen liegen und aus welchem Material sie sind. Erst dann beginnt die Planung und vor allem: Erst dann ist auch eine seriöse Kalkulation möglich.
gutesbad.de: Bei dem vorliegenden Badeinbau wurde deutlich, wie wichtig ein Koordinator ist.
Manfred Stather: Das stimmt. Das A und O bei umfangreichen Projekten sind die klare Absprache und ein reibungsloser Gewerke-Ablauf, damit das Bad schnell fertig wird. Besonders in bewohnten Objekten spielt der Zeitfaktor eine wichtige Rolle, denn der Kunde möchte ja gerne zügig wieder aus der Baustellensituation herauskommen.
gutesbad.de: Welche Gewerke können denn SHK-Installateure beim Badumbau koordinieren?
Manfred Stather: Eine immer größere Zahl unserer Fachbetriebe ist in der Lage, den kompletten Umbau zu managen. Dazu gehört zum Beispiel die Koordination der Arbeiten von Elektriker, Maler, Trockenbauer, Fliesenleger, Schreiner und Fensterbauer. Kurzum: Die SHK-Profis übernehmen die Bauleitung. Das beginnt beim ersten Kundenkontakt und endet bei der umfassenden Baubetreuung einschließlich Übergabe des fertigen Bades.
gutesbad.de: Empfehlen Sie eine Festpreisvereinbarung?
Manfred Stather: Relativ konkrete Budgetvorstellungen des Kunden helfen, unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Bei Planung und Durchführung der Renovierungsmaßnahme kann man sich daran orientieren. Bei einem Festpreis weiß der Kunde genau, womit er rechnen muss. Trotzdem ist der Festpreis kein Patentrezept und deshalb auch nicht pauschal zu empfehlen. Eine Abrechnung auf Basis jederzeit kontrollierbarer Einzelnachweise kann ebenso sinnvoll sein.
gutesbad.de: Und was kostet heute ein Durchschnittsbad?
Manfred Stather: Die komplette Renovierung eines etwa 6 qm großen Bades in mittlerem Ausstattungsstandard dürfte eine Investition zwischen 12.000 und 15.000 Euro erfordern. Aber mehr als ein grober Richtwert ist das natürlich nicht, denn letztlich hat jede Badmodernisierung in allen Bereichen ganz persönlichen Charakter.
Fotos: VDS


