Für ein dauerhaftes Wohlgefühl

Wo es für das Bad hingeht? Alles für den Umweltschutz! Ob Neubau oder Modernisierung: Es gibt viele Gründe, es nachhaltig zu gestalten, und gute Green-News noch dazu. Voll recycelbare Materialien, kurze Transportwege, Gütesiegel, zeitlose und pflegeleichte Produkte sowie sparsame Technologien – das alles mag zwar nicht direkt die Welt retten, ist jedoch immerhin ein Beitrag, den viele private Bauleute gerne leisten möchten. Auch oder gerade, um nachfolgenden Generationen eine intakte Natur und gleiche Lebenschancen zu hinterlassen.

Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)

Für ein dauerhaftes Wohlgefühl

Gute Green-News rund ums Bad

17. August 2021

Das Bad als private Oase funktioniert erst recht, wenn man weiß, dass es zukunftsorientiert eingerichtet ist und dabei dem Schutz der Umwelt Rechnung trägt. Wir geben sieben Tipps für ein dauerhaftes Wohlgefühl.

Ein nachhaltig gestaltetes Badezimmer ist viel mehr als kurzfristige Mode. Während der blaue Planet gute Green-News immer dankend entgegen nimmt, genießt auch der Mensch selbst den darin gebotenen Komfort ungleich besser und das dauerhaft. Das mag nicht direkt die Welt retten, ist jedoch immerhin ein Beitrag, den viele private Bauleute gerne leisten möchten – und können. So nehmen die Badprofis bereits von Haus aus Rücksicht auf die Umwelt, indem sie sparsame Technologien entwickeln. Weniger populär, dabei nicht minder wirksam ist hingegen die breite Umstellung auf eine nachweislich CO2-arme Herstellung von für die Kreislaufwirtschaft geeigneten Produkten. Insgesamt schonen die Unternehmen damit globale Ressourcen. Darüber hinaus lassen sie aber auch regionale Projekte wie die Bienenrettung oder die (Wieder-)Aufforstung des Waldes nicht außer acht.

1 – Nach Rohstoffen und Transportwegen erkundigen

Wo allerdings anfangen, ohne sich mit der Komplexität der ernst gemeinten Verwandlung des bloßen Bades in eine Öko-Oase überfordert zu fühlen? Ein ultimatives Rezept gibt es leider nicht, stattdessen sieben beachtenswerte Faktoren. Viel ist bereits getan, wenn man Produkte aus natürlichen Rohstoffen und Materialien einsetzt, die langlebig sind, nachwachsen oder sich wiederverwenden lassen. Streng genommen muss man auch alles, was um die halbe Welt verschifft wird, von der Kaufliste streichen, weil es C02-Emissionen verursacht. Gerade die jedoch gilt es zu vermeiden: 55 Prozent weniger bis 2035 auf der Basis der Werte von 1990, so hat es die EU kürzlich manifestiert. Wer sich also in einer Badewanne aus emailliertem Stahl entspannt, die zu 100 Prozent recycelbar ist und aus deutscher Fertigung stammt, oder aber wohltemperiertes Wasser aus einer Armatur fließen lässt, die in allen Teilen auf einem ausgedienten Modell beruht, kann diese Investitionen gleich in mehrfacher Hinsicht genießen.

Zu den Botschaftern für Nachhaltigkeit im Bad gehört in jedem Fall glasierter Stahl für Waschschalen. Er wird ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen hergestellt, ist kohlenstoffarm und enthält keinerlei umweltschädigende Substanzen wie Cadmium, Blei oder Lösungsmittel, so die Herstellerauskunft. Auch kann er ohne Mülltrennung vollständig recycelt werden. Hinzu kommt, dass die Produkte filigran und relativ leicht sind, was wiederum weniger Energie beim Transport erfordert. Und die Schnittreste der aus Blechen lasergeschnittenen Modelle gehen zurück zum Stahllieferanten und werden dort wieder eingeschmolzen. Beste Öko-Referenzen also. Foto: Alape
2 – Auf Gütesiegel achten

Vielen Objekten sieht man allerdings nicht so einfach an, ob sie als Anschaffung für eine lebenswertere Zukunft lohnen. Ökosiegel wie der bekannte „Blaue Engel“, „Cradle to Cradle“ für Produkte mit geschlossenem Rohstoffkreislauf, das FSC-Siegel für rücksichtsvolle Forstwirtschaft oder das junge Label „Möbel Made in Germany“ geben hier wertvolle Anhaltspunkte über den ökologischen Fußabdruck einer Ware. Je kleiner dieser ist, desto geringer wird die Umwelt belastet. Das schlägt sich in zahlreichen Aspekten nieder – von der Rücksichtnahme auf die Gesundheit der Mitarbeiter in der Produktion über die Vermeidung von Sondermüll bis hin zu Lieferantenauswahl und vielem mehr.

Angesichts der Klimakrise ist jede Maßnahme wichtig, die hilft, den CO2-Ausstoß eines Gebäudes zu reduzieren; selbst, wenn sie in ihrer Wirkung nur klein erscheint. Bei dieser Armatur mit „Cradle to Cradle“-Gütesiegel, eine Auszeichnung für Produkte mit geschlossenem Rohstoffkreislauf für eine Welt ohne Abfall, sorgt innovative Technologie dafür, dass nicht unnötig heißes Wasser fließen kann. Deshalb kommt bei mittlerer Hebelstellung nur kaltes Nass aus dem Auslauf. Das spart Energie und minimiert zugleich den Kohlenstoff in der Atmosphäre. Foto: Grohe
3 – Sanitärprofis nachhaltig auswählen

Einen grünen Anstrich findet man nicht nur zunehmend bei den Sanitärmarken, sondern ebenfalls bei den ausführenden Profis. Etliche Betriebe denken schon klimaneutral und handeln erfolgreich danach. Das reicht von der Entsorgung von Abfällen in der Ausstellung oder der Fahrzeugausstattung mit Elektroantrieb über die Verwendung von Ökostrom bis hin zum Kapselverzicht beim täglichen Kaffee. Aber auch aus Sicht des Arbeitgebers orientieren sie sich an den Prinzipien der Nachhaltigkeit. Dazu gehören Maßnahmen für die langfristige Jobsicherheit, eine hohe Qualifikation bei der Ausbildung sowie das Angebot von Arbeitszeitmodellen, die es ermöglichen, Beruf, Familie und Freizeit harmonisch zu vereinen.

Für ein dauerhaftes Wohlgefühl
Die bewusste Wahl von wiederverwertbaren Materialen wie Stahl, Glas, Holz und Aluminium ist wichtig, um weltweit Müllbergen entgegenzuwirken. Aber auch das Einrichtungskonzept muss in sich stimmig sein, damit es mit unaufdringlicher Formen- und Farben-Raffinesse noch nach vielen Jahren seine Gültigkeit bewahren kann – zur Freude aller Bewohner*innen. Das gilt sowohl für die Einbauten als auch nicht zuletzt für mobile Accessoires. Weniger ist wie in diesem Fall mehr. Foto: Glassdouche
4 – Zeitloses mit Pflegeleichtem kombinieren

Die gute Balance als Ziel gilt ebenso für den grünen Einrichtungsstil. Schon wer sich auf Dauer wohlfühlt und nicht permanent zu Veränderungen greifen muss, weil er das eine oder andere einst trendige Detail schlichtweg nicht länger sehen mag, trägt automatisch zur positiven Ökobilanz des neuen Bades bei. Mehrkosten durch höhere Material-, Verarbeitungs- und Designqualität gleichen sich schnell durch die längere Lebensdauer aus. Noch besser, wenn die zeitlose Ausstattung die veränderten Bedürfnisse im Alter zu erfüllen weiß. Wenn sie wie das spülrandlose WC oder ein wandbündig eingebauter Spiegelschrank allein aus konstruktiver Sicht pflegeleicht ist. Oder wenn sie wie das Waschbecken mit veredelter Oberfläche den Einsatz von Chemikalien, Wasser und Energie minimiert, da Schmutz gar nicht erst haften bleiben kann.

Reinigen, zur Ruhe kommen und sich auf das vorbereiten, was kommt. In dieser reduzierten, ausgewogenen Badarchitektur gelingt das. Eine gute Balance, das ist auch immer das Ziel des auf viele Jahre angelegten grünen Einrichtungsstils. Umso besser, wenn die zeitlose Ausstattung die veränderten Bedürfnisse im Alter zu erfüllen weiß wie diese Duschfläche aus glasiertem Stahl. Entsprechend zertifiziert eignet sie sich nämlich auch oder gerade für Badezimmerkonzepte für bewegungsunsichere Personen wie Senioren oder aber Kleinkinder. Foto: Bette
5 – Sparsame Technologien einsetzen

Immer für positive Green-News sorgen Produkte, die per se dafür da sind, dass man mit Wasser und Energie maßvoll haushalten kann. Dazu zählen Armaturen, die vom Konzept her den Durchfluss senken und dennoch ein fülliges Strahlbild schenken. Als komfortabel und wirtschaftlich gelten ferner jene elektronischen Modelle, die Wasser nur freigeben, wenn sich die Hände ihrem Sensor nähern. Thermostate für die Dusche treten auf die H2O-Bremse, indem sie stets die voreingestellte Wunschtemperatur liefern. Beim WC ist es die zweiteilige Taste, die die Spülmenge reduziert. Für den Betrieb eines Dusch-WCs wird zwar zusätzlich Strom, dafür aber kein Papier nach der Benutzung benötigt. Vor allem bedeutet seine Anschaffung den Verzicht auf gesundheits- und umweltschädliche Feuchttücher.

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6 – Licht und Warmwasserbereitung checken

Schick und effizient zugleich sind moderne LED-Spiegelschränke. Wer sich trotzdem vom alten Modell mit Halogenstrahlern nicht trennen möchte, sollte letztere durch spezielle LED-Retrofits ersetzen. Sie passen in fast jede Fassung und sparen bis zu 80 Prozent Strom bei mehr als um das 20-fache erhöhter Haltbarkeit. Mit Blick auf die Senkung des Energieverbrauchs für warmes Leitungswasser wirken sich Solarkollektoren und ein kurzer Transportweg vom Speicher zur Zapfstelle sehr positiv auf die umweltverträgliche Bilanz der künftigen Wohlfühloase aus. Fehlt nur noch, dass man während des Einseifens das Duschwasser abstellt.

Der Wunsch nach Simplizität macht auch vor der Badgestaltung keinen Halt. Im Gegenteil: Je weniger Bauteile zur Einrichtung benötigt werden, desto mehr lassen sich Ressourcen schonen und Transportmaßnahmen reduzieren. Unter diesem Aspekt sind Spiegelschränke eine gute Wahl, bieten sie Stauraum, schöne Ansichtsseiten und Licht je nach Stimmung. LED-Technologie ist dabei fast immer gesetzt und in ökologischer Hinsicht auch Pflicht, senkt sie doch bei weitaus höherer Haltbarkeit den Stromverbrauch und das deutlich. Foto: Keuco
7 – Eigenes Verhalten überdenken

Überhaupt kann die Abkehr von alten Gewohnheiten schnell zur Senkung der eigenen Öko-Rechnung beitragen: etwa Hände waschen mit ausschließlich kaltem Wasser oder die Entscheidung, lediglich jeden zweiten Tag unter die Dusche zu springen. Wer dabei kühlere Grade wählt, regt überdies das Herz-Kreislauf-System an. So lässt sich die Natur bewahren und gleichzeitig gesund leben.

Weitere Tipps rund um Sortimente und Planungen gibt es in den ständigen Ausstellungen des Sanitärfachhandels beispielsweise am Tag des Bades am 18. September. Der nächstgelegene Betrieb lässt sich bequem gleich hier in unserer Badprofi-Suche recherchieren.

Für ein dauerhaftes Wohlgefühl
Nachhaltige Tipps zur Badgestaltung gibt es in den ständigen Schauräumen des Sanitärfachhandels – u. a. am Tag des Bades am 18. September. Wie die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) als Initiatorin in dem Zusammenhang mitteilt, denken und handeln nicht nur die Hersteller, sondern auch viele Profis bereits klimaneutral und das von der Ausstellungseinrichtung, Arbeitsplatzgestaltung bis hin zur Ausführung vor Ort. Beim Besuch einfach mal nachfragen. Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Grundmotiv: shutterstock ©UfaBizPhoto

Das Thema interessiert? Weitere Einsichten bietet unserer Blog in der Kategorie Nachhaltigkeit

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