Hygiene
Foto: Alexander Raths, Adobe

Frühjahrsputz im Badezimmer

Tipps & Tricks

29. April 2024

Der Winter ist vorbei, die Tage werden länger, Bäume und Blumen fangen an zu blühen. Der Frühling ist da. Da ist Frühjahrsputz angesagt. Auch im Bad. Doch wie und womit putzt man ein Bad richtig? Erst einmal vorweg: Für ein sauberes und hygienisches Badezimmer sind weniger Zutaten nötig als für eine saubere Küche. Allein im Kühlschrank leben mehr Bakterien als im WC. Und die meisten Oberflächen im Bad sind leicht zu reinigen und einfach sauberzuhalten. Mit unserem Ratgeber „rein und fein“ möchten wir Ihnen Tipps an die Hand geben, wie der Frühjahrsputz nicht allzu zeitaufwändig wird.

Die im Bad verwendeten Materialien wie Sanitärkeramik und -acryl, Stahl-Email, verchromte Metalle, Glas, Schichtstoffe oder versiegelte Hölzer verfügen über glatte, geschlossenporige Oberflächen, die sich leicht reinigen lassen. Darüber hinaus bieten viele Markenhersteller veredelte Produkte, deren Pflege sich noch einfacher gestaltet, da Schmutzpartikel und Kalk nicht an ihnen haften. Gewöhnlicher Schmutz kann in der Regel schon mit lauwarmem Wasser und einem Lappen entfernt werden. Wenn nicht, reicht meist biologisch leicht abbaubarer Neutralreiniger. Ein regelmäßiges Auswischen des Waschbeckens oder das Abreiben bzw. Abziehen von Armaturen, Brause und Duschabtrennung nach Gebrauch vergrößert die Abstände der gründlichen Reinigung.

Allzweckwaffe gegen Schmutz ist ein neutraler Grundreiniger mit einem pH-Wert von 7. Bei alternativen Hausmittel können im Schadensfall Ansprüche auf Garantie verloren gehen. Bei kalkhaltigem Wasser sollte zusätzlich ein Reiniger auf Basis organischer Säuren mit einem pH-Wert 1 – 4 verwendet werden. Bei hartnäckigen Kalkflecken eignen sich Gele und Schaumreiniger, weil sie an schrägen Oberflächen haften bleiben und so besser wirken. Kurz vor dem Antrocknen abwischen schont das Material darunter. Von langen Einwirkzeiten wird abgeraten.

Vorsicht ist bei sogenannten Sanitärreiniger geboten. Sie können Kalksteine wie Marmor Aluminium, Alu-Legierungen, Lacke oder Kunststoffe angreifen. Hier am besten die Verträglichkeit an einer unauffälligen Stelle prüfen. Völlig tabu ist das Mischen von Reinigungsmitteln. Dadurch können gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen.

Das Waschbecken

Rein und fein ist keine Hexerei
Besser keine Experimente: Der Schwamm links lässt sich gut einsetzen, der rechte kratzt und gehört in der Küche. Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e.V.

Dreh- und Angelpunkt des Badezimmers ist das Waschbecken. Hier erledigen wir unsere Morgen- und Abendhygiene, schminken und rasieren uns und waschen uns die Hände. So vielfältig die Handlungen, so vielfältig sind auch die Materialien, aus denen die Waschbecken hergestellt werden. Und alle wollen anders behandelt werden.

Am genügsamsten (und auch am häufigsten) ist ein Becken aus Sanitärkeramik, besonders, wenn es mit einer schmutzabweisenden Oberfläche veredelt wurde. Hier reicht meist ein warmes Wasser oder ein handelsüblicher Allzweckreiniger, ein weiches, angefeuchtetes (Mikrofaser-)Tuch oder ein Schwamm. Die Oberfläche ist gegen Säuren und Laugen ebenso beständig wie gegen Alkohol und Aceton, die sich oft in kosmetischen und medizinischen Produkten befinden. Kleine Kratzer lassen sich mit einem Sanitärreiniger entfernen. Zudem gibt es spezielle Radiergummis. Scheuermilch sollte hier allerdings besser nicht zum Einsatz kommen.

Waschbecken aus Mineralguss sind da schon etwas empfindlicher. Mikrofasertücher etwa könnten dem Material bereits schaden. Bei leichter Verschmutzung eignet sich am besten Seifenwasser oder ein mildes Putzmittel ohne scheuernde Bestandteile. Kalkflecken lassen sich mit einem milden! Sanitärreiniger entfernen. Hat er zu viel Säure, schadet das dem Glanz. Matte Stellen strahlen wieder mit Autopolitur. Nach dem Auftragen nachreiben.

Naturstein-Waschbecken dürfen nicht mit Scheuermitteln gereinigt werden. Dadurch wird die Oberfläche stumpf und das Wasser perlt nicht mehr richtig ab. Auch Sanitärreiniger oder andere säurehaltige Putzmittel sind hier nicht zu empfehlen. Geeignet ist ein Reiniger auf schwacher Laugenbasis mit einem pHWert um 9 und ein weiches Tuch. Darüber hinaus gibt es spezielle Pflegemittel. Sie reinigen nicht nur, sondern sorgen zusätzlich für einen schmutzabweisenden, unsichtbaren Schutzfilm.

Die Armatur

Zwar sind Armaturen mit Chromoberflächen immer noch am häufigsten, doch sind Edelstahl, Pulverlackierungen, eloxiertes Aluminium oder galvanische Sondervergütungen wie Gold oder Kupfer deutlich auf dem Vormarsch. Daher ist es auf jeden Fall ratsam, die Pflegehinweise der Hersteller zu beachten. Grundsätzlich lassen sich alle Armaturen mit einem Spülmittel putzen. Die darin enthaltenen „seifigen“ Tenside helfen beim Zerteilen des fettigen Schmutzes, so dass er am Ende als kleinstes Tröpfchen von der Oberfläche weggeschwemmt wird und im Abfluss landet. Zu reinigende Oberflächen gut vornässen, um kleine Öffnungen und Spalten mit Wasser zu füllen, damit der Reiniger sich dort nicht in Form von Verkrustungen einnisten kann.

Nach dem „Einseifen“ die Armatur immer mit klarem Wasser abspülen, damit keine Rückstände zurückbleiben. Speziell bei kalkhaltigem Wasser verhindert nach Gebrauch kurzes Polieren fleckige Ablagerungen. In keinem Fall sollten dafür kratzende Textilien verwendet werden. Empfohlen sind (Leder-)Tuch, weicher Schwamm und auch Mikrofaser. Gegen Kalk wirkt ein milder Sanitärreiniger auf Basis organischer Säuren. Salz-, Ameisen- oder Essigsäure sollten darin nicht enthalten sein.

Die Dusche

Duschabzieher von Kermi
Zur Reinigung der Duschkabine darf der Duschabzieher natürlich nicht fehlen. Einfach immer nach dem Duschen abziehen, so bleiben keine Wasser- oder Kalkflecken zurück. Und mit einer praktischen Halterung (wie hier von Kermi) ist er auch immer zur Hand. Foto: Kermi

Auch bei der täglichen Dusche bietet es sich an, sofort nach dem Duschen schnell hinterherzuwischen. Das geht in der Regel ziemlich schnell und erspart auf Dauer viel Arbeit. Zumal Duschabtrennungen mit veredelten Echtgläsern gewissermaßen einen Schutzschild gegen Kalk- und Schmutzpartikel haben. Hier ist die Pflege recht komfortabel: Nach dem Duschen einfach die Shampoo-Reste wegbrausen und dann das Glas mit einem Abzieher trocknen. Je nach Modell auch Ecken, Kanten, Profile und Schienen mit einem weichen, nicht scheuernden Tuch trocknen. So kann Kalkablagerungen vorgebeugt werden.

Sollte sich dennoch Kalk bilden, hilft ein milder Sanitärreiniger. Der sollte bei Aluprofilen allerdings vorsichtig eingesetzt und anschließend gründlich abgespült werden. Dasselbe gilt auch für Kunststoffe und nicht beschichtete Echtgläser. Hier ist es besonders empfehlenswert, dem Kalk vorzubeugen. Bei hartnäckigen Flecken ist es ratsam, auf einen speziellen Reiniger des Herstellers zurückgreifen. Mikrofaser und Schwämme sollten besser nicht verwendet werden.

Die Badewanne

Pflegeleichtes Material fürs Bad
Tipp für die besonders schnelle Reinigung: Wenn Stahlemaille-Wanne oder -Waschtisch eine Oberflächenveredelung besitzen, dann perlt das Wasser einfach ab. Und Schmutz- und Kalkpartikel bleiben so kaum haften. Foto: Kaldewei

Bei der Badewanne gilt wie beim Waschbecken: unterschiedliche Materialien wollen unterschiedlich behandelt werden. Sanitäracryl etwa erfordert eine schonende Behandlung. Das porenfreie, nahtlos glatte Material mag weder Scheuermittel noch kratzende Schwämme oder Mikrofasertücher. Zum Entfernen von Körperfetten und Resten von handelsüblichen Badezusätzen reichen in der Regel ein Reiniger auf schwacher Laugenbasis mit einem pH-Wert um 9 sowie ein weicher Schwamm. Verblasster Glanz lässt sich mit Autopolitur wieder herstellen.

Stahl-Email ist dagegen sehr unkompliziert. Auf der harten Oberfläche entstehen in der Regel nicht einmal mikroskopisch kleine Kratzer. Verschmutzungen lassen sich mit einem Neutralreiniger entfernen. Bei stärkeren Verschmutzungen: Lappen tränken, drauflegen und kurz einwirken lassen. Ein schwach saurer Badreiniger oder eine Wasser-Essig-Lösung im Verhältnis 1:1 helfen bei Kalk. Bei Oberflächenvergütungen perlt das Wasser einfach ab und nimmt dabei so gut wie alle Schmutz- und Kalkpartikel mit. Hier reicht es nach dem Vollbad die Wanne einfach auszubrausen und mit einem feuchten (Leder-)Tuch nachzuwischen. Mit dem falschen Pflegemittel verliert eine veredelte Oberfläche allerdings schnell an Wirkung. Daher sollten in diesem Fall die Pflegehinweise der Hersteller beachtet werden. Das gilt auch für rutschhemmende Oberflächen.

Das WC

Hygiene im Bad
Generell sind auch Dusch-WCs leicht zu reinigen. Dennoch sollten – gerade wegen der verbauten Technik – die Pflegehinweise der Hersteller beachtet werden. Foto: Geberit

Die Reinigung der Toilette ist nicht zuletzt aus hygienischen und olfaktorischen Gründen sehr wichtig. Dabei lauert das größte Problem nicht im WC selbst, sondern unter dem Rand des Sitzes. Ein spülrandloses WC ist bei einer (Teil-)Sanierung des Badezimmers also stets eine lohnende Alternative. Aber auch mit Spülrand muss nicht zur Chemiekeule gegriffen werden. Statt eines chlor-, säurehaltigen oder schleifenden Reinigers können ganz einfach handwarmes Wasser, milder Sanitärreiniger sowie ein feuchter Lappen und ein Baumwolltuch zum Nachpolieren zum Einsatz kommen. Denn WCs werden werkseitig mit schmutzabweisender, besonders pflegeleichter Oberfläche angeboten. Scheuermittel, hochkonzentrierte Abfluss- oder pulverförmige WC-Reiniger sollten daher nicht zum Einsatz kommen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen lassen einfach den Sanitärreiniger, ein Gel oder Schaum eignen sich sehr gut, etwas länger einwirken lassen. Dusch-WCs nehmen bei der Pflege von Schüssel und Schaft eine Sonderrolle ein – u. a. wegen ihrer Technik. Die Hersteller halten entsprechende Pflegehinweise parat.

Die Badmöbel

Rein und fein ist keine Hexerei
Im Zweifel Mikrofaser: Mit dem schnellen Tuch für alle Fälle kommt man fix zum blitzblanken Bad. Es lässt sich bedenkenlos bei Sanitärkeramik, Glasflächen und Armaturen einsetzen. Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e.V.

Bei den Badmöbeln verhält es sich im Grunde genommen wie beim übrigen Wohnmobiliar: Möbel, Unterschränke und Spiegelschränke sollten mit weichen, leicht angefeuchteten (Leder-)Tüchern gereinigt und anschließend trockengerieben werden. Bei hartnäckigen Flecken hilft handwarmes Wasser mit etwas Spülmittel oder Spiritus. Auf Sanitärreiniger, Scheuer- oder Glasreinigungsmittel sollte verzichtet werden. Spiegelflächen brauchen lediglich ein feuchtes Ledertuch, die Kanten sollten nur trocken abgewischt werden. Zudem empfehlen Experten, keine Reinigungsmittel oder Chemikalien in einem Waschtischunterschrank zu lagern. Die Ausdünstungen können zu Beschädigungen führen.

Die Fliesen

Nicht nur aufgrund ihrer hohen Strapazierfähigkeit sind Fliesen nach wie vor die Nummer 1 in Sachen Wand- und Bodengestaltung im Badezimmer. Richtig gereinigt, behalten sie auch nach Jahren noch ihren ursprünglichen Glanz. Und diese Reinigung ist auch grundsätzlich völlig problemlos. Bei losem Schmutz reichen kehren und staubsaugen, für feuchtes Wischen mit dem Mob lauwarmes Wasser und ein neutrales Putzmittel. Lassen Sie dem Putzmittel bei stark verschmutzten Stellen etwas Zeit, den Schmutz anzulösen, bevor Sie erneut drüberwischen und den Schmutz so aufnehmen. Verzichten Sie aber auf Pads oder Bürsten mit Schleifkornzusatz. Auf pflegemittelhaltige Reiniger sollte ebenfalls verzichtet werden. Sie könnten klebrige Fett- oder Wachsschichten hinterlassen, die neben der Optik Hygiene sowie die Trittsicherheit von Böden negativ beeinflussen. Reiniger, die Flusssäure oder deren Verbindungen (Fluoride) enthalten, sind selbst stark verdünnt tabu.

Welche Verfahren und Mittel benutzt werden, hängt zudem von der Beschaffenheit der Oberfläche ab. Bodenfliesen mit rutschhemmenden Eigenschaften sind mit etwas größerem mechanischen Aufwand zu putzen als solche mit glatten glasierten Oberflächen, da sich an ihren rauen oder erhabenen Stellen Staub und Schmutz eher anheften. Auch in den mikroskopisch feinen Poren von poliertem Feinsteinzeug bleibt mit der Zeit Staub zurück. Ihm mit Seifenreiniger und Baumwolltuch beizukommen, erzeugt statt Glanz einen grauen Schleier. Hilfe leistet ein Mikrofasermob. Fugen sollten am besten mit einem handelsüblichen Fugenreiniger gesäubert werden. Im Anschluss gut ausspülen. Zur mechanischen Unterstützung können spezielle Pads oder ein Topfschwamm dienen.

Generell ist ein Badezimmer einfach sauberzuhalten. Regelmäßige Handgriffe nach der Benutzung von Waschbecken, Dusche, Wanne oder WC erleichtern die Arbeit. Unseren Ratgeber „rein und fein“ können Sie hier als pdf herunterladen.